Die deutsch-französischen Beziehungen waren entscheidend für die europäische Geschichte. Welche Bedeutung hatte daher der deutsch-französische Freundschaftsvertrag von 1963 und wie wirkte er sich für die Europäische Union aus? Am 22. Januar 2026 jährt sich der Vertrag zum 63. Mal.
In einer turbulenten Zeit, in der die tägliche Donald-Trump-Show bestimmt, worüber geredet wird, mag es sinnvoll sein, Abstand zu nehmen und an Bewährtes in der Politik zu denken – jedenfalls heute am 22. Januar 2026, 63 Jahre nach der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags durch Charles de Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 in Paris im Elysée-Palast.
Der Vertrag wurde am 22. Januar 2019 in Aachen durch Angela Merkel und Emmanuel Macron aufgefrischt. Dem allgemeinen Eindruck nach hat das die Abkühlung der politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht verhindert, aber das betrifft „nur“ die politische Ebene, nicht die der Bürger*innen.
Seit Covid-19, dem Krieg gegen die Ukraine, den Angriffen auf das System internationaler Beziehungen durch die US-Regierung und das aggressive Auftreten Chinas hat sich freilich soviel in der Welt geändert, dass dem deutsch-französischen Verhältnis weniger Bedeutung als früher zukommt.
Beide Länder sind in die EU eingebettet. Aufgrund der turbulenten Zeitläufte haben in Europa andere Länder die Rolle der Impulsgeber übernommen. Die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist im Gegensatz zu ihren Vorgängern der eigentliche politische Motor der EU. Dem fast schon zur Legende erhobenen „deutsch-französischen Motor“ in Europa braucht es daher nur mehr weniger oder gar nicht mehr. Es gibt keinen Grund, diesen Wandel zu bejammern oder nostalgisch zurückzublicken.
Lehrreich ist dennoch ein Rückblick, nämlich der auf den Kontext von 1963 und den Zusammenhang zwischen Europäischer Integration und Elysée-Vertrag. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrags habe ich 2013 am Goethe-Institut von Dakar/Senegal im Rahmen einer entsprechenden Tagung mit senegalesischen Kolleg*innen diese Kontexte rekonstruiert und interpretiert.
Der französische Vortragstext steht als Download zur Verfügung.
DOI: https://doi.org/10.25365/phaidra.476
Die Europa-Reden von Emmanuel Macron:
